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Burnout-Syndrom aus ganzheitlicher Sicht

Burnout-Syndrom bei Wikipedia

Bei Wikipedia finden wir folgende Definition: „Ein Burnout-Syndrom (englisch (to) burn out: „ausbrennen“) bzw. Ausgebranntsein ist ein Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit. Es kann als Endzustand einer Entwicklungslinie bezeichnet werden, die mit idealistischer Begeisterung beginnt und über frustrierende Erlebnisse zu Desillusionierung und Apathie, psychosomatischen Erkrankungen und Depression oder Aggressivität und einer erhöhten Suchtgefährdung führt. Das Burnout-Syndrom ist international nicht als Krankheit anerkannt, sondern gilt als ein Problem der Lebensbewältigung (siehe Abschnitt ICD). Es handelt sich um eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung aufgrund beruflicher Überlastung. Diese wird meist durch Stress ausgelöst, der wegen der verminderten Belastbarkeit nicht bewältigt werden kann.“

Darstellung des Burnout-Syndroms

Für mich stellt das Burnout-Syndrom jedoch eine Erkrankung dar, die als solche in jedem Falle behandlungsbedürftig ist. Wenn Wikipedia davon spricht, dass es international keine anerkannte Erkrankung sein soll, dann nur weil es keinen ICD Schlüssel dafür gibt ( ICD – internationale Klassifikation von Krankheiten ), auch wird häufig das Burnout-Syndrom als eine Modeerkrankung deklariert und im Gegensatz zu Wikipedia durchaus als Krankheit allgemein verstanden. Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Herangehensweisen an die medizinische Behandlung.

Allgemein, von Seiten der Schulmedizin und teilweise von Psychologen und Neurologen/Psychiatern (nicht allen), wird davon ausgegangen, dass das Burnout-Syndrom ausschließlich eine Erkrankung der Psyche ist. So wie man es in den meisten Fachbüchern und wissenschaftlichen Publikationen liest. Sie werden erstaunt sein, wenn ich behaupte, dass es nicht primär ein Problem unserer Psyche oder unseres ¨Kopfes¨ ist, sondern das eigentliche Problem in der Zelle und deren Stoffwechsel zu finden ist.

Was passiert beim Burnout-Syndrom?

Warum essen und trinken wir? Warum lieben wir die Sonne, die Wärme? Alles ist Energie! Um existieren zu können, müssen unsere Zellen seit Jahrmillionen nach festgelegten Regeln Energie produzieren, um als Einzelzelle bzw. Zellverband und somit als Organismus existieren zu können. Beim Burn out und auch bei anderen chronischen Erkrankungen kippt diese Energieproduktion weg. Diese verändert sich zuerst in den einzelnen Zellen, später in Zellkomplexen und dann in ganzen Organen bzw. kommt völlig zum Erliegen. Oder die Energieproduktion gerät außer Rand und Band und führt zur Entartung der Zellen und Zellverbänden, was letztendlich in eine Krebsentstehung münden kann. Ein Mangel an lebenswichtigen Vitaminen und Mikronährstoffen, chronische Infektionen, Giftbelastungen, falsche Ernährung (moderne Industriegesellschaft und die Nichtexistenz von wahren Nahrungsmitteln) führen über kurz oder lang zu diesem Szenario.

Weiter behaupte ich, dass ein völlig gesunder und vor allem ausreichend mit wirklichen Nahrungsmitteln, Vitaminen und Mikronährstoffen versorgter Organismus in der Lage ist, immer und jederzeit schwierige psychische und physische Belastungssituationen zu meistern, Infektionskrankheiten gar nicht erst zum Ausbruch kommen zu lassen bzw. auf die überall vorhandenen Erreger nicht hereinzufallen.

Was will ich damit behaupten? Burn out ist kein Schicksal, man muss es nicht ertragen, sondern es ist behandelbar und zwingend behandlungsbedürftig.

Burnout Untersuchungen & Therapie

Bevor ich mit einer Therapie beginne erhebe ich eine umfassende Anamnese (Krankengeschichte). So ausführlich wie beim Homöopathen oder noch ausführlicher, d. h. ca 1,0 – 1,5 Stunden. Dann folgen eine Reihe von Laboruntersuchungen, die sich in den meisten untersuchten Parametern von denen unterscheiden, die bei der „üblichen“ Untersuchung bei Ihrem Arzt überprüft werden. Zu betonen ist, dass bei den Blut- und Urinuntersuchungen, die ich veranlasse, es sich im weitesten Sinne um Blutuntersuchungen handelt. Die Parameter werden weniger im Blut als indirekt in der Zelle gemessen. Ein wichtiger Unterschied zu den üblichen Laboruntersuchungen, weil das sensible System der Energiegewinnung in der Zelle und insbesondere in den Mitochondrien (die „Kraftwerke“ unserer Zellen) beheimatet ist. Diese reagieren auf Umwelteinflüsse äußerst sensibel. Antibiotika, andere chemische Arzneimittel, Umweltgifte, schlechte Nahrungsmittel schädigen diese „Zellkraftwerke“ und besonders das sehr anfällige System der Nerven- und Muskelzellen in erster Linie.

Einfluß der Nahrung auf das Burnout-Syndrom

Bereits seit langem – und dies wird uns vor allem durch die Nahrungsmittelindustrie vermittelt – wird das Fett als krank- und dickmachend verteufelt. Nein! Der Zucker ist es! Zucker ist nicht nur schöne, weiße Süße am Tee, am Kaffee, an Bonbons sondern auch Kohlehydrate wie Brot, Nudeln, Kartoffeln und natürlich alle Süßigkeiten und sogenannte Leckereien. Das Dilemma nahm seinen Anfang vor ca. 6.000 bis 7.000 Jahren, als der Mensch anfing Getreide in größerem Umfang zu kultivieren und zu Nahrungsmitteln zu verarbeiten. Seit der Industrialisierung treibt die Verarbeitung und chemische Veränderung der Kohlehydrate ungeahnte „Blüten“: Zucker wird schneeweiß, Zuckerzusatz im fettarmen Joghurt, Cola, Säfte, Leckereien, Snacks (hier noch mit miserablem, minderwertigem Maisöl – ist ja billig). Dies führt dazu, dass wir nicht mehr von Nahrungsmitteln sprechen können, sondern von leeren Energieträgern in Form von Kalorienlieferanten.

Nun habe ich genug philosophiert über die Nahrungsmittel. Der geschätzte Leser möchte doch erfahren – bin ich betroffen und was ist dringend zu tun? Wie bereits erwähnt, erfolgt nach der Anamnese eine Laboruntersuchung und die umfassende körperlichen Untersuchung. Alle Burnout-Patienten, die ich bisher diagnostiziert und behandelt habe, weisen eine Störung des Kohlehydratstoffwechsels, zu hohe Ausschüttung an NO (Stickstoffmonoxid) und übermäßige Produktion freier Radikaler bei einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel, einem erhöhten Gesamtcholesterin- und einem hohen Laktatspiegel (Milchsäure – Übersäuerung) auf.

Wie beginnen wir mit der Therapie? Mit einer, wie Dr. Kuklinski treffen formuliert „Steinzeitdiät“. D. h. Kohlehydrate auf ein geringes Maß zu reduzieren (ca. 100 g täglich!). Dafür viel Gemüse mit gesundem Raps- oder Olivenöl sowohl roh (nicht nach 17 Uhr) als auch als Pfannengemüse. Fett ist prinzipiell in Form von Öl (mit vielen ungesättigten Fettsäuren) erlaubt, ja so gar gewünscht. Eiweiß, wie z. B. Fleisch, und, wer keine Laktoseintoleranz hat, sogenannte fermentierte Milchprodukte wie Käse, Joghurt, Quark usw. sind für die Ernährung wichtig.

Verordnung von orthomolekularen Präparaten

Eine weitere Therapiesäule besteht in der Verordnung von orthomolekularen Präparaten (Nahrungsergänzungsmittel), insbesondere von Vitamin B12, Vitamin-B-Komplex (B1, B2, B3 – Niacin, B5, B6, B12, Folsäure, Biotin, Coenzym Q10). Mineralien wie Selen, Zink (bei intakter Halswirbelsäule – weitere Informationen zur Halswirbelsäule in der Rubrik „Aktuelles“ der Homepage), Magnesium, Mangan, Kupfer sogenannte Antioxidantien.

Ich hoffe, Sie sind jetzt nicht ganz verwirrt und fragen sich: „Was, das soll ich alles nehmen?“. Nein, nicht alles einfach nach dem Gießkannenprinzip sondern entsprechend Ihres Bedarfs und nach eingehender Testung, z. B. kinesiologisch. Sie brauchen nicht immer alles, sondern die entsprechenden Mittel zur rechten Zeit. Das kann Ihnen nur ein Spezialist mitteilen nach entsprechender Testung. Die Therapie dauert naturgemäß eine längere Zeit. Es ist nicht möglich, das Burnout-Syndrom von heute auf morgen zu beseitigen, denn seine Entstehung hat ebenfalls eine längere Zeit gedauert, ohne dass Sie davon etwas mitbekommen haben.

Bei Halswirbelsäulenproblemen, von denen ich weiter oben bereits sprach, im Sinne von Instabilitäten, ist noch eine spezielle Röntgendiagnostik erforderlich. Therapeutisch wichtig sind auch in regelmäßigen Abständen osteopathische Behandlungen.

Lebensplanung und Neuorganisation der Freizeit

Weiterhin ist eine entsprechende Lebensplanung und Neuorganisation der Freizeit und der Arbeitsgestaltung vonnöten. Strategien zur Stressbewältigung, wie z. B. Yoga, Entspannungsübungen und Sport (kein Leistungssport) sind erforderlich. Nach den Aussagen von Dr. Kuklinski sind 30 bis 40 Minuten forciertes Gehen genügend Sport, aber dies muss täglich geschehen. Das Leben neu zu organisieren ist häufig schwierig, aber mit Nachdenken und Beratung nach Analyse der „Knackpunkte“ ist alles möglich. Man muss es nur wollen!

Sie sehen, das Thema ist komplex, aber gleichzeitig auch relativ simpel. Wenn wir alle Facetten beleuchten und den alten Zopf abschneiden, wird es gelingen, diese Problematik gemeinsam zu bewältigen.

Sollten Sie auch betroffen sein, so suchen Sie Rat und Ihnen wird geholfen. Gern können Sie dazu in meiner Praxis beraten werden. Hier finden Sie dafür eine angenehme Atmosphäre abseits von der Hektik unserer Zeit. Vereinbaren Sie einen Termin, wenn Sie gesund alt werden wollen. Mein Praxis-Team berät Sie gern.

Als weiterführende Literatur empfehle ich:

  • „Der Burnout–Irrtum” Uschi Eichinger, Kyra Hoffmann-Nachum, Verlag systemed ISBN-Nr. 978-3-942772-06-8
  • „Das HWS-Trauma – Ursache, Diagnose, Therapie“ Dr. Bodo Kuklinski ISBN-Nr. 978-3-89901-068-8
  • „Schwachstelle Genick“ Dr. Bodo Kuklinski,Dr. Anja Schemionek ISBN-Nr. 978-3-89901-075-6
  • „LOGI-Guide“ von Franca Mangiameli, Andrea Knauer, Dr. Nicolai Worm, Verlag systemed ISBN-Nr. 978-3-942772-02-0

Ihr Hjalmar Baldauf