Die Praxis ist vom 26.07 bis 06.08.21 wegen Jahresurlaub geschlossen.

Leaky-Gut-Syndrom

Liebe Patienten und Besucher meiner Homepage!

Im letzten Artikel, der im Allgemeinen den Verdauungstrakt und einen Teil der Störungsmöglichkeiten zum Gegenstand hatte, speziell über den Darm, wurden einige, sicher für Sie wichtige Hinweise angesprochen. Ebenso kündigte ich an, Ihnen mehr über dieses Thema nahe zu bringen – einfach weil das Thema so wichtig ist!

Illusion Diagnose Reizdarm

Wir sprechen häufig über die Diagnose Reizdarm. Auch die etablierte Pharmaindustrie hat erkannt, dass dies ein wichtiges Thema ist. Ich denke dabei nur an die vielen Werbespots, die zu diesem Thema im TV ausgestrahlt werden. Diese Werbespots versprechen mit wenigen Mittel, z. B. einer Pille oder einiger Tropfen und dann nur einzelner Substanzen das Problem beheben zu können. Dies ist und bleibt eine Illusion!

Einführend muss ich ihnen vermitteln, wie es im Inneren eines Darmes bezüglich der Darmflora aussieht. Ich versuche, dies so einfach wie möglich darzulegen. Über die Darmkeimbesiedlung (Darmflora – heute als Mikrobinom bezeichnet) hatten wir bereits im letzten Artikel einiges erläutert. (Siehe: Chron. Erkrankungen erkennen und therapieren)

Konkrete Zahlen zum Darm

Dazu möchte ich Ihnen noch ein paar konkrete Zahlen übermitteln. Diese Zahlen wurden vorgetragen von Herrn Dr. Svent Haufe (Zentrum für Prävention und Regeneration Dresden) anlässlich des AGMID-Kongresses in Unterhaching vom 30.06.-01.07.2018. Demnach leben ca. 200 Keimarten in der Mundhöhle, ca. 50 im Magen, ca. 400-500 im Dickdarm und 100 im Dünndarm. Nicht vergessen sollen die ca. 1012 Arten Bakterien sein, die auf unserer Hautoberfläche leben.

Darmschleimhaut besonders verletzbar

Entscheidend wichtig ist die Barriere zwischen „Außenwelt“ (Darmlumen) und den Geweben des Körpers. Es gibt eine ganz spezielle Erkrankung, die teilweise von der Schulmedizin  ignoriert oder nicht als in dem Maße krankmachend angesehen wird. Ist die Barriere zwischen Darmwand, insbesondere der Darmschleimhaut, und des Darmgewebes und damit der umgebenden Gewebestruktur gestört, kommt es zu einer Erkrankung, die wir Leaky-Gut-Syndrom oder einfach „undichter“ Darm nennen. Bei dieser Erkrankung führt die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut dazu, dass Schadstoffe wie Toxine (Gifte), Pestizide (z. B. Glyphosat, Nikotinamide usw.), Pilze und deren Giftstoffe, Zusatzstoffe, die den Lebensmitteln beigemischt werden und uns negativ beeinflussen und diese natürliche Grenze überwinden. Durch diese undichten Stellen in der Darmschleimhaut wandern die krankmachenden Substanzen in den Blutkreislauf und belastet dabei vorrangig die Leber. Das Leaky-Gut-Syndrom wird mit vielen Erkrankungen, auch Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht.

Die Darmschleimhaut ist aus vielen Gründen besonders verletzbar, da das Epithel (Schleimhaut) nur aus einer Zellschicht besteht. Die einzelnen Zellen werden durch Eiweißbrücken miteinander verknüpft und halten bei jedem Gesunden die Schleimhaut dicht.  Diese Eiweißbrücken nennen wir Tight Junction. Für den Aufbau der Schleimhautzellen und der darüber liegenden Schleimschicht sind unter anderem besonders zwei Darmkeime wichtig, die wir „füttern“ und „pflegen“ müssen (Wir müssen mit allen gesunden Keimen in unserem Darm pfleglich umgehen)!  Das funktioniert nur bei einer gesunden Ernährung.

Erkrankungs-Beispiele

Einige Erkrankungs-Beispiele, die die Tragweite erkennen lassen:

  • Reizdarm, wobei ich in meiner ausführlichen Anamnese immer nach Stuhlgang – und dies bis in die „Tiefe“ – frage. Dies wird sehr häufig als peinlich empfunden, gibt uns jedoch erste und sichere Hinweise auf o. g. Erkrankungen.
  • Vielleicht sind die diagnostizierten Allergien, auch die s. g. Laktoseintoleranz gar keine „echte“ Allergien sondern hängen mit dem Leaky-Gut-Syndrom zusammen oder Beides kommt vor.
  • Kopfschmerz
  • Migräne
  • unklare Gelenkschmerzen
  • Konzentrationsstörungen
  • Tagesmüdigkeit
  • Entwicklung einer Multiorganerkrankung
  • Gewichtszunahme und V.m.

Anhaltspunkt Leberwert

Ein weiterer wichtiger Anhaltspunkt ist der Leberwert, Gamma-GT (GGT), der bei den üblichen Laboruntersuchungen bei Schädigung der Leber zuerst auffällt. In der üblichen Schulmedizin wird dieser Wert häufig mit dem überhöhten Konsum von Alkohol oder der Einnahme von Medikamenten in Verbindung gebracht. Nimmt der Patient jedoch nur geringe Mengen an Alkohol zu sich oder ist gar abstinent, muss dann an diese Erkrankung gedacht werden.

So sehe ich auch bei Kindern ein Ansteigen dieses Leberenzymes. Wobei ich davon ausgehe, dass z. B. ein 8-Jähriger den Biergarten relativ selten aufsucht.

Symptome, die zu beachten sind

Ich denke, dass ich Ihnen einen Anstoß gegeben  habe, darüber nachzudenken inwieweit Sie betroffen sein könnten. Ein paar Symptome, die zu beachten sind, sind z. B. – wie wir bereits bei den mitochondrialen Dysfunktionen beobachtet haben -,

  • ein unregelmäßiger Stuhlgang
  • eine unregelmäßige Konsistenz des Stuhlgangs
  • Blähungen unabhängig von der Nahrung
  • und viele weitere Symptome.

Weiter in die Tiefe möchte ich heute nicht gehen. Dies ist Gegenstand einer ausführlichen Anamnese in meiner Sprechstunde. Auch gehören eine Reihe von Stuhluntersuchungen zur Untermauerung der Diagnostik, nicht zu vergessen – eine ausführliche körperliche Untersuchung. Die körperliche Untersuchung – so ist mein Eindruck – ist „etwas aus der Mode gekommen“.

Ich hoffe, Sie dafür zu sensibilisieren an diese Möglichkeit zu denken, wenn o.g. Symptome Sie betreffen. In weiteren Artikeln werde ich zu dieser Problematik Stellung nehmen. Ich werde insbesondere etwas genauer auf die Darmschleimhaut, Darmschleimhaut-Gewebe-Barriere und vor allem auf die Behandlung des Leaky-Gut-Syndroms eingehen. Ich muss bereits heute vorausschicken, dass bei der Therapie die Ernährung als wichtigstes „Medikament“  in den Vordergrund rückt. Hier verweise ich auf die vorherigen Artikel, die ich z. B. zur mitochondrialen Dysfunktion geschrieben habe.


Brauchen Sie Hilfe, eine Beratung oder sind Sie bereits betroffen, wir können Ihnen helfen!

Kontaktieren Sie uns. Die Kontaktaufnahme über E-Mail ist zwar möglich und relativ einfach, aber um einen für beide Seiten günstigen Termin zu finden, ist es besser in der Praxis einen Termin telefonisch zu vereinbaren unter der Rufnummer: 0351 / 31 90 95 36.

Ich hoffe, Ihr Interesse geweckt zu haben. Es werden demnächst weitere Artikel zu diesem Thema erscheinen.

Herzliche Grüße und beste Gesundheit Ihr Hjalmar Baldauf